Nicht nur die Notfallversorgung in Brandenburg ist eine Katastrophe, auch die Grundversorgung durch Hausärzte krankt. In Anbetracht des demografischen Wandels und der anhaltenden Landflucht, ist die Überlastung der immer älter werdenden Hausärzte eine bereits heute bestehende Tatsache. „Unser Bundesland hat sich schon viele letzte Plätze in Rankings geleistet, dieser könnte aber schon bald unzählige mehr nach sich ziehen. Eine Stadt die ihren letzten Kinderarzt verabschiedet ist schon grauenhaft, aber eine ganze Region in der der letzte überhaupt verfügbare Hausarzt in Rente geht, ist nicht tragbar. Für in ihrer Mobilität eingeschränkte ältere Menschen führt das entweder direkt in eine Mangelversorgung, oder sie sehen sich gezwungen der nötigen Infrastruktur hinterher zu ziehen. Nicht mehr nur junge, sondern auch alte Menschen werden dann wegziehen.“, meint Landesvorstandsmitglied Christin Menzel.
In der Ausweitung des positiv verlaufenen Modellprojekts „Gemeindeschwester“ sehen die Jusos Brandenburg eine der wenigen Chancen, diesem entgegen treten zu können. Dabei werden Hausärzte durch sogenannte Gemeindeschwestern bei Hausbesuchen und der Versorgungsoptimierung von typischen Alterskrankheiten, wie Diabetes, Demenz oder Hypertonie unterstützt. Sören Kosanke, Juso
Landesvorsitzender warnt: „Bei allen Erfolgen des Landes, die hauptsächlich Erfolge des Speckgürtels sind, dürfen wir die Fläche nicht vernachlässigen. Dazu gehören kurze Wege für die wichtigen Funktionen des Alltagslebens.” Die Landesregierung und die Krankenkassen sollen der Notwendigkeit dieser Form von Versorgung endlich ins Auge blicken, bevor die Folgen und Kosten einer weiteren Vernachlässigung nicht mehr abzuschätzen sind.








